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8.Königliche Überlebenshilfe
Leise Hoffnung auf eine Rettung der inzwischen baufälligen Kirche keimte erst im Jahr 1834 auf, nachdem sich der bayerische Innenminister persönlich vor Ort von der Erhaltungswürdigkeit der Remigiuskirche überzeugt hatte. Sein kunstsinniger oberster Regierungschef, König Ludwig I. von Bayern, ließ sich durch seinen Minister Fürst Wallerstein vom kulturellen Wert der Propsteikirche in der fernen pfälzischen Provinz überzeugen, und gewährte spontan die stattliche Summe von 2200 Gulden für die Rettung der Remigiuskirche.
Dadurch konnte die Bausubstanz so weit gesichert werden, dass ab 1835 wieder regelmäßige Sonntagsgottesdienste in der Kirche stattfinden konnten.
Im Jahr 1837 ließ der König noch weitere 800 Gulden zur Kirchenrestaurierung folgen, und nun war zumindest die Kirche endgültig vor dem Verfall gesichert.
Doch einen Pfarrer fand man vorerst noch nicht, denn das noch aus der Propstei-Erbmasse vorhandene Pfarrhaus, das in diesen langen Jahren der Vakanz dem Glöckner als Wohnung diente, war schlichtweg ruinös.
Wie der damalige Pfarrer Weber von Kusel, in der Absicht, der Remigiusberger Pfarrei den Todesstoß zu versetzen , wohl doch etwas übertreibend in einem Schreiben an die Regierung behauptete, soll der Zustand des Pfarrhauses damals so desolat gewesen sein, dass es "mehr einer Mausfall gleiche als einem Pfarrhaus".
Und wie das Pfarrgedenkbuch weiter berichtet, wurde das Pfarrhaus "von Jahr zu Jahr ... noch
elender, es muss deshalb auf den Regierungspräsidenten Fürst von Wrede , der anfangs der vierziger Jahre ( also um 1840) auf dem Berge war", um eine Ortsbesichtigung vorzunehmen, "einen kläglichen Eindruck gemacht haben. Er versprach, die zum Pfarrhausbau nöthige Summe zur Verfügung zu stellen u. wirklich bewilligte die kgl. Regierung im Jahre 1842 aus dem Straffond 1000 Gulden. Im selben Jahre entwarf auch schon der Bauschaffner Schmeißer in Kusel den Plan u. sofort machte man sich an die Ausführung."
Im Frühjahr 1842 begann man, das alte Pfarrhaus abzureißen. "Da es der Baufälligkeit halber nicht rathsam war, ein Stein nach dem anderen abzubrechen, warf man ganze Mauerstücke zugleich zusammen", berichtet das Pfarrgedenkbuch. Mit Sicherheit jedoch ist der Gewölbekeller unter dem Pfarrhaus noch der ursprüngliche Propsteikeller.
Da die arme Kirchengemeinde ihr Bauvorhaben ohnehin nur dank staatlicher Hilfe realisieren konnte, war man gezwungen, an allen Ecken und Enden zu sparen und außerdem auch noch enorme Eigenleistungen zu erbringen. Warum also hätte man das ehemalige Propsteigebäude bis zum Fundament herunter abbrechen sollen, wenn das Kellergewölbe statisch noch stabil genug war. Und da der Keller auch schon zu Propsteizeiten zumindest nach Südwesten hin unter der Erde lag, war das Mauerwerk vor schädlichen Witterungseinflüssen geschützt und wohl statisch noch in bestem Zustand (was das Kellergewölbe noch heute als Bierkeller unter Beweis stellen darf).
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