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6. Die kirchliche Nutzung der Propstei
Nach der Übergabe der Propstei an die Katholiken dürften die Gebäude auf dem Remigusberg zunächst einmal rund zwanzig Jahre leer gestanden haben, sofern sie nicht vorübergehend noch von den kurfürstlichen Verwaltern beansprucht wurden. Wie dem auch war, dürfen wir annehmen, dass die Bausubstanz in dieser Zeit doch arg gelitten haben musste.
Die Kirche selbst wurde wohl zunächst allenfalls - zumindest bis in Jahr 1739 - nur sporadisch für Gottesdienste genutzt. Erst am 16. Mai 1744 erwachte nach rund zweihundert Jahren erstmals wieder ein richtig geistlich-religiöses Leben in der ehemaligen Propstei.
Die mittellose katholische Pfarrei hatte dank der Stiftung eines kurfürstlichen Generals endlich die notwendigsten Mittel aufbringen können, um nun einen eigenen Pfarrer, allerdings mehr schlecht als recht, besolden zu können. Nach langem, bisher ergebnislosem Bemühen hatte man endlich in dem ersten Pfarrer der Pfarreigeschichte, Pfarrer Franz Defredy, ein Opfer gefunden, das sich mit dieser dürftigen Pfründe zufrieden gab.
Die Kirchenstiftung St. Remigius, Remigiusberg war damals so bettelarm wie die sprichwörtliche Kirchenmaus, und deshalb konnte man die ruinösen Propsteigebäude auch nicht in ihrer Gesamtheit rundum sanieren. Reichten doch die Mittel damals allenfalls gerade mal aus, um dem neuen Pfarrer eines der Gebäude als Pfarrhaus herrichten zu können und die für die wenigen Katholiken viel zu große (weil damals noch dreischiffige) Kirche vor dem Verfall zu retten.
So dürfte es mit der übrigen Bausubstanz unserer alten Propstei rapide weiter bergab gegangen sein.
Dass die imposanteste Hinterlassenschaft der Benediktiner, die damals noch recht beeindruckende alte Propsteikirche, ein sehr kostspieliges Erbe war, das permanent irgendwo einen dringenden Sanierungsbedarf anmeldete, steht außer Zweifel. Die Niederschriften der Kirchenverwalter, von der Pfarreigründung angefangen bis in unsere Gegenwart hinein, liefern uns genügend Beweise dafür, dass dieses historische Kleinod seine Erben recht teuer zu stehen kam.
So dürfen wir uns heute auch nicht darüber entrüsten, dass sich die Kirchenverwaltung beispielsweise in den Jahren 1773 und 1774 in ihrer Not sogar gezwungen sah, recht pietätlos die letzte Ruhe der Fürsten in der Gruft zu stören, zwei Fürstenkinder ihrer schweren Zinnsärge zu berauben und die Särge zu verkaufen, um von dem Erlös das von einem Unwetter beschädigte Kirchendach reparieren zu können.
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