Remigiusberg


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2. Die Gründung der Probstei

Die vorgenannte erzbischöfliche Urkunde aus dem Jahr 1127 ist der älteste (uns bekannte) Nachweis für die Existenz der Propstei auf dem Remigiusberg. Entsprechend setzen dann auch die meisten Historiker die Errichtung der Propstei mit diesem Datum an, wobei einige aber nicht ausschließen wollen, daß die Propstei auf dem Remigiusberg aber dennoch bereits früher gegründet worden sein könnte.

Wenn wir uns den Zeitpunkt des Eigentumsübergangs des Remigiuslandes an die Abtei St. Remigii bei Reims in Erinnerung rufen, so scheint eine so späte Gründung doch etwas unlogisch. Uns erscheint es doch sehr unwahrscheinlich, daß die Reimser Abtei von 952 bis 1127 die ihr zustehenden Gefälle des gesamten Remigiuslandes über eine Strecke von mehr als 300 km durch fremde Herrschaftsgebiete nach Reims karren ließ, mit dem Risiko, dass ein Großteil der Einkünfte überhaupt nicht dort ankam. Unwahrscheinlich ist auch, daß sich die Reimser Abtei 175 Jahre lang der Willkür unzuverlässiger Schutzvögte unterwarf und quasi nur mit Protestnoten auf die Eingriffe in ihre persönlichen Rechtsbefugnisse reagierte.

Wir sind uns ziemlich sicher, daß bereits unter der Ägide des 6. Abtes in der Geschichte der Reimser Abtei St. Remi, dem Abt Airard (der bis 11. Januar 1036 die Geschicke dieser Abtei leitete), die Gründung der Klosterfiliale Remigiusberg erfolgt sein muß. Damit ließe sich die Propsteigründung um rund hundert Jahre früher datieren, als bislang angenommen wurde.

Auch wenn wir keine königlich oder erzbischöflich gesiegelte Urkunde als Beweismittel für eine zeitlich weitaus frühere Klostergründung auf dem Remigiusberg vorweisen können, so können wir dennoch aus dem Pfarrgedenkbuch der Pfarrei Remigiusberg eine bislang unentdeckte, aber zuverlässige Quelle zitieren, die unsere Theorie von einer zeitlich früheren Propsteigründung belegen kann:

Als im Jahre 1868 die alte, wohl bereits im Jahr 1866 zersprungene Remigiusglocke zum Umgießen abgenommen wurde, dokumentierte der damalige Pfarrer Mischo die Glockeninschrift. Sie hatte folgenden Wortlaut : "Remigius vocor - Joannes Penepet de Rethel - praepositus montis Sancti Remigii - Diederich Wolf de Pframert fudit me - a° MXIX".

Die Glocke nennt zunächst ihren Namen: 'Remigius werde ich genannt'. Anschließend nennt sie Auftraggeber und Bestimmungsort: 'Joannes Penepet de Rethel, Vorsteher (=Propst) des Remigiusberges'. Nebenbei nennt sie den Glockengießer :'Diederich Wolf de Pframert schuf mich' und - was für uns besonders relevant ist - sie nennt außerdem auch noch ihr Entstehungsjahr: 1019.

Bedenkt man den Stellenwert, den eine Glocke für die Funktion einer Kirche, zumal einer Propsteikirche hat, so dürfen wir sogar ganz sicher sein, daß mit der Glockendatierung das Gründungsjahr bzw. das Jahr der Inbetriebnahme der Propstei Remigiusberg dokumentiert wird. Denn ebenso wie eine funktionsfähige Kirche die wichtigste äußere Voraussetzung für die Inbetriebnahme eines Klosters ist, so ist auch eine Glocke eine wichtige äußere Voraussetzung für eine funktionsbereite Klosterkirche.Deshalb dürfen wir also annehmen, dass die Propstei auf dem Remigiusberg im Jahr 1019 gegründet wurde.



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